Gymnasium Immenstadt - Autorenlesung Köstering

Krimi-Lesung mit Bernd Köstering

 

files/Bilder/Koestering/JB_koesterl_3.jpg
 

Kurz nach den Weihnachtsferien hatten die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe  einmal einen ganz anderen Deutschunterricht. Unser Referent war kein Deutschlehrer oder Literaturwissenschaftler, sondern der Diplom-Ingenieur für Medizintechnik und Romanautor Bernd Köstering, der uns seine Goethekrimi-Trilogie näherbrachte. Als Begrüßung für uns erschien auf der Leinwand das Wort „SALVE“, aber nicht irgendein „SALVE“, sondern das, was auf Goethes Fußmatte vor dem gelben Saal geschrieben steht.

Dieser Vortrag war einmal eine andere Art, über Goethe und seine Werke zu lernen. Spannend und erfrischend kurzweilig erzählte Herr Köstering über sich und über seine eigene Geburtsstadt und Goethes Heimatstadt Weimar. Sechs Jahre lang hatte er sich intensiv auf seine Buchreihe vorbereitet. So hatte er es geschafft, einen unaufdringlichen Bezug zu Goethes Werken zu schaffen.

Bernd Kösterings erster Roman handelt nicht wie zu erwarten von einem Mord, wie das Genre Krimi vermuten ließe, sondern von Diebstählen wertvoller Gegenstände aus dem Goethehaus, das noch immer so in Weimar steht. Dort werden verschlüsselte Nachrichten vom Dieb hinterlassen. Um diese zu lösen, wird der Literaturexperte Hendrik Wilmut zum Fall hinzugezogen. Trotz großen Polizeiaufwands, das Haus zu beschützen, schaffen es Hendrik Wilmut und sein Freund, der Polizeibeamte Sigi, nicht, den Dieb zu fangen. Stattdessen werden sie von ihm an der Nase herumgeführt. So könnte man die erste Textstelle, die Bernd Köstering aus „Goetheruh“ vorlas, zusammenfassen. Sehr intelligent und als Goethe-Experte zeigt sich der Dieb, der den Literaturexperten Hendrik Wilmut austrickst.

Das zweite Buch „Goetheglut“  handelt von denselben Personen. Hendrik werden Morde untergeschoben, nur die Kassiber des Mörders geben verschlüsselte Hinweise auf seine Unschuld. Doch diese verschwinden auf seltsame Weise immer rechtzeitig, bevor sie jemand anderer zu lesen bekommt. Um den Fall zu lösen, muss Hendrik die Goetheverse des wahren Mörders entschlüsseln, um sich selbst zu entlasten. Bernd Köstering ging hier auf ein Kapitel aus Sicht des aus Ostdeutschland stammenden Mörders ein, in dem sich „Der hagere Mann“ an seinen ersten Einkauf westlich der Berliner Mauer erinnert. Er beschreibt, wie sich die Freiheit für ihn dort als ein „zu viel an Freiheit“ herausgestellt hatte.

Inspiration für sein letztes Werk der Trilogie „Goethesturm“ war das Weimarer Nationaltheater. Die Handlung basiert auf dem Drama „Clavigo“ von Goethe. Die Premiere des Stücks ist durch die Entführung der Hauptdarstellerin bedroht, so der Anfang des Krimis. Doch das Stück beschreibt nicht nur irgendeine Aufführung im Theater, sondern ist Basis für die Handlung des Romans und die Hauptpersonen scheinen nach den Regeln des Goetheschen Originalwerks zu spielen.

Bernd Köstering erläuterte schließlich auch den Entstehungsprozess seiner Bücher. Ein Grafiker half ihm beim Design seiner Website und zeichnete liebevoll einen Stadtplan Weimars mit einer Liste der wichtigsten Gebäude. Diese brauchte der Autor für die Veranschaulichung seiner ersten Geschichte. So können die Leser alle Wege, die die Personen in der Geschichte nehmen, haargenau nachvollziehen.

Zum Abschluss stellte Bernd Köstering das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar vor, von dem er uns einige Anekdoten zu erzählen hatte. Schönheitsmerkmale der damaligen Zeit waren vor allem eine ausgeprägte Wadenmuskulatur bei den Männern. Der Künstler, der diese Statue vor dem Nationaltheater entwarf, hat dieses Attribut miteingebaut. So ist die Figur Goethes entgegen der Realität nicht nur größer als die Schillers, sondern beeindruckte die damalige Frauenwelt vor auch mit strammen Waden.

files/Bilder/Koestering/JB_koesterl_1.jpg
 

Vielen Schülern konnte man ansehen, dass sie gerne gehört hätten, wie die Romane ausgehen. Allen Beteiligten machte die Krimilesung viel Spaß und Bernd Köstering hatte, zusammen mit seiner Frau, große Freude an unserer Schule und dem schönen Allgäu. Auch der Geschenkkorb mit Bergkäse und Frühstücksbrett schien den beiden gut gefallen zu haben. Der Deutschkurs von Frau Wagner war bereits durch drei Referate gut auf die Lesung vorbereitet, was unsere Vorfreude auf jeden Fall gesteigert hat. Ein Dank gilt dieser Stelle zum einen unserer Deutschlehrerin, die zusammen mit mir diese Lesung organisiert hatte, und zum anderen Bernd Köstering, der eine lange Fahrt auf sich genommen und uns einen Einblick in seine Kreativität gegeben hat.

Linay Mieskes (Q11)

files/Bilder/Koestering/JB_koesterl146.jpg
 



Staatliches Gymnasium Immenstadt - Allgäuerstr. 7/9 - 87509 Immenstadt
Tel.: 08323 963630 - E-Mail: verwaltung@gymnasium-immenstadt.de